Kohlenhydrate am Abend – Ja oder Nein?

Die kalte Jahreszeit ist endlich vorbei, der Sommer steht vor der Tür. Die dicken Kleider werden in den Schrank gepackt, die dünnen Shirts, Kleider, Röcke und Shorts werden hervorgeholt. Und wie steht es um die Bikinifigur? In vielen Zeitschriften ist jetzt Hochkonjunktur für Diäten! – Jedes Jahr das Gleiche!

Was ist ein gutes System zur Gewichtsreduktion?

Ein gutes System zur Gewichtsreduktion ist das so genannte „Low Carb“-System, das Reduzieren oder gänzliche Weglassen der Kohlenhydrate. Dieses System ist aber nicht nur eine Diät für den Traumkörper oder zum Abnehmen des „Winterspecks“ gedacht.

Vielmehr bedeutet es für dich eine Ernährungsumstellung, zurück zu gesunden Lebensmitteln und zu einem gesunden Stoffwechsel, der deine Gesundheit und dein Wohlbefinden verbessert.

Was bedeutet „Low Carb“ und Reduktion der Kohlenhydrate und warum sollten diese gerade abends weggelassen werden?

Da unsere Ernährung heute aus sehr vielen Fertigprodukten, Fast Food, Fertigsoßen, Fertigbackwaren, „Müslis und Frühstücksflocken“, Süßgetränken wie Cola, Limo, Säfte usw. besteht, nehmen wir Unmengen an Kohlenhydraten täglich zu uns, Ernährung weniger Zucker als Nährstoff in den Zellen genutzt und damit vermehrt in den Fettzellen eingespeichert werden, die im Körper letztendlich in Zucker umgewandelt werden.

Dadurch wird der Zuckergehalt in unserem Blut stark erhöht – der Blutzuckerspiegel erreicht ein sehr hohes Niveau. Der Körper setzt nun das Hormon Insulin frei, was den Blutzuckerspiegel senken und sämtliche Zellen öffnen soll, um die Nährstoffe aus dem Blut darin einzulagern.

Das funktioniert aber nur so lange, bis der Bedarf der Zellen gedeckt ist. Die restliche Glucose wird in Fettzellen eingespeichert. Fällt der Blutzuckerspiegel ab, sendet der Körper Hungersignale aus, was dazu führt, das wiederum (kohlenhydratreiche) Nahrung aufgenommen wird und der Kreislauf hin zur Fettspeicherung von vorne beginnt. Dies ist der so genannte Kohlenhydratstoffwechsel.

Viele wissenschaftliche und ernährungsberatende Meinungen gehen zurück zu den Wurzeln der menschlichen Ernährung und vielmehr dahin, sich eiweißreicher und von „guten und gesunden“ Fetten zu ernähren und Kohlenhydrate zu reduzieren.

Das Ziel ist es, den Fettstoffwechsel im Körper anzuregen

Somit wird dafür gesorgt, dass Fett als Energielieferant genutzt wird und Fettzellen abgebaut werden. Wichtig dabei ist, den Insulinspiegel konstant zu halten, Blutzuckerspitzen, die Heißhungerattacken auslösen, zu vermeiden und damit den körpereigenen Fettabbau zu erhöhen.

Die meisten Ratgeber, Angebote und Berichte schwören darauf, vor allem abends auf Kohlenhydrate zu verzichten, damit über Nacht, wenn keine Nahrung zu sich genommen wird, der Fettstoffwechsel aktiviert und möglichst viel Fett abgebaut werden kann.

Da der Körper nachts weniger aktiv ist und einen geringen Energiebedarf hat, würde bei kohlenhydratreicher Ernährung vor allem der Fettspeicher gefüllt werden.

Deshalb sei es besser, abends vor allem Eiweiß und gesunde Fette zu sich nehmen, um durch den Fettstoffwechsel den bestmöglichen Fettabbau zu erreichen.

Hoher Kohlenhydratgehalt am Abend macht dich Müde

Nun gibt es aber auch andere Meinungen, die besagen, dass es gerade abends sinnvoll sei, Kohlehydrate zu sich zu nehmen, um „gesättigt“ in den Tag zu starten.

Da über Nacht ausreichend Zeit war, die Glucose zu verarbeiten, der Insulinspiegel nun auf niedrigem Niveau ist, sei es ratsam, morgens auf Kohlenhydrate zu verzichten, um den Insulinspiegel konstant zu halten und nicht durch ein Marmeladebrot gleich wieder in die Höhe zu treiben.

Ein Vorteil hierbei ist, dass der Körper morgens gleich mit der Energiegewinnung aus dem Fettstoffwechsel beginnen kann. Wir fühlen uns dadurch fit, den ganzen Tag über.

Eine Mahlzeit mit hohem Kohlenhydratgehalt regt die Hormonproduktion von „Serotonin“ an, was zu Müdigkeit führt, die abends zur Nachtruhe hin angenehmer ist, als tagsüber.

Es gibt gute und schlechte Nahrungsmittel

Alle Ernährungsberater oder Ernährungswissenschaftler sind sich jedoch einig, dass es „gute“ und „schlechte“ Nahrungsmittel gibt, die auch gern im Ampelsystem (rot, gelb, grün) bewertet werden.

Grüne Lebensmittel sind „gute“ Lebensmittel, die du jederzeit und allen Mengen zu dir nehmen kannst. Gelbe Lebensmittel sollten weniger gegessen werden.

Und es gibt rote Nahrungsmittel, auf die du zwar nicht ganz verzichten brauchst, die aber nur in kleinen Mengen erlaubt sind. Darunter fallen ganz klar Zucker, Süßigkeiten, süße Getränke, aber auch Backwaren und Brot.

Auf Kohlehydrate verzichten – schön und gut, aber wie?

Ich möchte dir hier ein paar Lebensmittel nennen, die auf deinem neuen Speiseplan nicht fehlen sollten:

  • Eier
  • Fisch
  • Fleisch
  • Salat und Gemüse
  • Haferflocken und Samen (Chia-, Lein- oder Sesamsamen)
  • Mandel- oder Kokosmehl
  • Nüsse
  • Olivenöl für Kaltgerichte
  • Kokosöl zum Braten

Hierfür gibt es schon einige gute und hilfreiche Rezeptbücher.

Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr läuft nichts

Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt der gesunden Ernährung und wichtiger Baustein zum Abnehmen ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, hauptsächlich durch Mineralwasser, egal ob still oder sprudelnd.

Richtwerte besagen, dass du ungefähr 30 ml pro Kg Körpergewicht, also rund 2-3 Liter am Tag trinken sollst. Außerdem solltest du längere Hungerzeiten vermeiden. Denn wenn dein Körper Nahrungsmangel oder Hungerperioden wahrnimmt, speichert er automatisch alle Stoffe, die er nicht sofort zur Energielieferung benötigt, in Fettzellen ein.

Wenn du deine Ernährung etwas umgestellt hast, auf Zucker und Kohlehydrate weitgehend verzichten kannst und immer ausreichend Mineralwasser oder ungesüßte Tees trinkst, steht dem Gewichtsverlust und dem Traumkörper oder der Bikinifigur auch langfristig nichts im Weg. Allerdings sollte auch Bewegung und Sport auf dem täglichen „Speiseplan“ nicht fehlen.